tip-Berliner Stadtmagazin, Januar 2016

Es ist von weit her sichtbar und gilt als „Schandfleck am Eingang von Neukölln“: Direkt am Hermannplatz steht ein seit Jahren unbewohntes Haus. Angesichts des knappen Wohnraums in der Stadt wollte Karl Grünberg wissen, was mit dem Gebäude los ist.

Da steht es und rottet vor sich hin: das Haus mit der Adresse „Hasenheide 119“, direkt am Hermannplatz, gleich gegenüber von Karstadt. Da, wo Kreuzberg auf Neukölln trifft, mitten in einem seit Jahren boomenden Kiez. Vier Stockwerke hat das Haus, drei lang gestreckte Balkone und 44 Fenster. Zwischen den vielen Graffitis verblassen die bislang markantesten Kennzeichen an der vorderen Fassade: die alte Reklame von „Möbel Wulff“ zwischen dem zweiten und dritten Stock. Und der im 1970er-Jahre-Stil geschriebene Name des einstigen Herrenausstatters „Manuel’s“ unten in Parterre.

Was ist los mit diesem Haus, das da offensichtlich unbewohnt verwahrlost? Oder hat nicht jemand mal erzählt, dass jemand jemanden hat reingehen sehen? Auch ein Licht soll ab und zu in einem der Fenster leuchten. Im ersten Stock hängen noch Gardinen.
Hier beginnt die Spurensuche. Wem gehören dieses Haus, der Seitenflügel, das Quergebäude und das Fabrikgebäude im zweiten Hof? Wer hat in den circa 25 Wohnungen gewohnt? Darf so ein Komplex von knapp 2.500 Quadratmetern einfach jahrelang verrotten? Gibt es dafür nicht das neue Zweckentfremdungsverbot? Wo doch Familien nach bezahlbarem Wohnraum, Flüchtlinge nach Unterkünften und Immobilieninvestoren in der ganzen Stadt nach Objekten suchen? Wo ein Zehn-Quadratmeter-Wohn-Klo-Zimmer für 99.000 Euro verkauft wird?

Wer weiterlesen möchte:

http://www.tip-berlin.de/kultur-und-freizeit/das-geisterhaus-vom-hermannplatz

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